"Die Geschichte der Bibel. Von den Ursprüngen bis in die Gegenwart" von John Barton

John Barton: Die Geschichte der Bibel. Von den Ursprüngen bis in die Gegenwart. Stuttgart (Klett-Cotta) 2020

vorgestellt von

Hanns Sauter


Das Werden des „Buches der Bücher“ kompetent nach dem heutigen Stand der Wissenschaft dargestellt:

Der etwa 700 Seiten umfassende Band befasst sich mit den Fragen der Entstehungszeit und Überlieferungsgeschichte der biblischen Texte, ihren Quellen, ihrer Sprache, ihren Stil- und Literaturformen, der Herausbildung des Kanons, den Bibelübersetzungen, den unterschiedlichen Zugängen zur Bibel seitens des Judentums, der Kirchenväter und des Mittelalters und der Reformation, über die Aufklärung bis in die Gegenwart. Ein großer Bereich also, der in der theologischen Wissenschaft „Biblische Einleitung“ genannt wird. Spannend, mit allgemeinverständlicher und klarer Sprache - ein Wort der Anerkennung auch den Übersetzern! - geht
John Barton auf diese Vielfalt ein. Gut strukturiert erläutert er den bereits mehr als 2000 Jahre andauernden Weg der Bibel und ihrer Wirkungsgeschichte: von den Ursprüngen bis zur Gegenwart. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf der Darstellung des Weges des christlichen Westens - der Osten wird einige Male gestreift. Auch wer mit der Bibel gut vertraut ist, wird hier Neues erfahren oder überrascht davon sein, welche Farben Altvertrautes - in anderen Zusammenhängen gedacht - annehmen kann und die Bibel in mancherlei Hinsicht neu sehen. Neben der Darstellung des heute gesicherten Standes der Forschung lässt Barton immer wieder die eigene Position durchblicken. Er fordert auch jeden Leser, jede Leserin, einen eigenen Standpunkt zu schaffen. Barton ist gelungen, was er auf S. 15 schreibt: Das Buch „soll...mit der Vorstellung von der Bibel als einem schwarzen Monolithen zwischen zwei schwarzledernen Buchdeckeln aufräumen, dazu beitragen, dass sie wieder als das Resultat eines langen und faszinierenden Prozesses wahrgenommen wird, und die außergewöhnliche Vielfalt der Möglichkeiten, sie im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neu zu lesen, illustrieren.“ Leider passt dazu gerade nicht die traditionell-fade Gestaltung des Schutzumschlages und die grauen Buchdeckel, zwischen denen man solches wirklich nicht vermutet! - Sehr zu empfehlen.

Für Büchereien mit ausgebauten Beständen, Fachbibliotheken, Studierende, sich informieren- Wollende und alle Interessenten.


Horn, 13. Febr. 2021

Hanns Sauter

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