60 Jahre Schnitzel-und-Splitter-Institut - Beitrag von Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

1959-2019
60 Jahre Schnitzel-und-Splitter-Institut
Austausch über die Bibel VI

Voller Dankbarkeit möchte ich auf ein besonderes Jubiläum hinweisen:
1959 gründete Prof. Dr. Kurt Aland in Münster/Westfalen das
Institut für Neutestamentliche Textforschung, 1979 das Bibelmuseum, in dem man die Arbeit des Instituts kennenlernen kann.

Das
Institut für Neutestamentliche Textforschung, und ebenso die alttestamentliche Textforschung Biblia Hebraica Quinta (BHQ), arbeiten daran, dass es überhaupt „Die Bibel“ gibt.

Alle Handschriften, Schnitzel und Splitter, von den ältesten bis zu den jüngst gefundenen, werden gesammelt, erfasst und ausgewertet. Es ist ein spannender, faszinierender Beruf, so nahe und direkt am hebräischen, aramäischen, griechischen Urtext der Bibel zu arbeiten. Es ist eine die Jahrhunderte überdauernde geduldige, gewissenhafte, verantwortungsvolle, nie endende Tätigkeit in einer unauslotbaren meditativen Welt. Es wird versucht, den wahrscheinlichsten Urtext zu rekonstruieren. Dieser ist dann die Basis für das Bibelstudium im Rahmen des Theologiestudiums und für die Übersetzungen der Bibel in die vielen Muttersprachen.

Wer sich für die Arbeit der Bibeltextforscher interessiert, kann sich hier auf eine erste Informationsreise begeben:

Institut für Neutestamentliche Textforschung:
http://egora.uni-muenster.de/intf/

Alt-/Ersttestamentliche Textforschung:
Biblia Hebraica Quinta (BHQ): https://www.bibelwissenschaft.de/home/current-projects/biblia-hebraica-quinta-bhq/

Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Vom Schnitzel zum Splitter - Beitrag von Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Vom Schnitzel zum Splitter
Austausch über die Bibel V

„Höret die Stimme“ heißt der atemberaubende Roman von Franz Werfel auf der Grundlage des biblischen Buches des Propheten Jeremia. Wer einen Zugang zu diesem überdimensionalen Prophetenbuch sucht, mag es vielleicht auf den Spuren von Werfels Jeremia tun. Mir liegt folgende Ausgabe vor: Franz Werfel, Höret die Stimme, Fischer Taschenbuchverlag GmbH, Frankfurt am Main, März 1994.

Das letzte Kapitel heißt: „Dreiunddreißigstes Kapitel. Im Tempel“. Es klingt hier irreführend, denn Jerusalem ist dem Erdboden gleich gemacht, der Tempel nicht ausgenommen.

Jeremia arbeitet sich durch Brand und Schutt und Asche vor in das, was vom Allerheiligsten übrig geblieben ist. Er findet einen Steinsplitter der Heiligen Tafeln. Un
d es erschließen sich ihm die Worte, die der Finger Gottes selbst hineingeritzt hat:


DAMIT DU LEBST
Exodus 20,12

DAMIT DU LEBST
Deuteronomium 4,40

DAMIT DU LEBST
Deuteronomium 5,16

DAMIT IHR LEBT
Deuteronomium 5,33

DAMIT IHR LEBT
Deuteronomium 11,9

DAMIT DU LEBST
Deuteronomium 22,7

DAMIT DU LEBST
Deuteronomium 25,15



Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Schnitzeljagd professionell - Beitrag von Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Schnitzeljagd professionell
Austausch über die Bibel IV


Wie überwältigend muss es sein, nicht nur Altpapierfetzchen aufzuheben, sondern ein richtig altes Papier zu finden: sprich Papyrus. Archäologen graben gezielt danach in der Wildnis und in alten Gemäuern, getrieben von dem Wunsch nach so einem Fund – oft enttäuscht, beharrlich in der Fleiß- und Knochenarbeit, in bleibender und immer neu entfachter Hoffnung. Andere stolpern zufällig über alten Kram – und finden eine Sensation.

Profis kennen sich aus. Sie finden heraus, ob ein Fund alter Kram oder eine Sensation ist. In der Wüste Ägyptens handelte es sich um eine Sensation. Sie wurde 1935 veröffentlicht: Ein Papierschnitzel. Man nennt es Papyrusfragment. Heute findet man es unter dem Namen „Papyrus Rylands“ oder „P
52“. Wenig größer als 4 x 6 cm. Mit Worten in einer uns fremden Schrift und Sprache.

Profis entziffern und übersetzen. Auf der einen Seite: „DIE JUDEN UNS JEMAND DAMIT DAS ANGEDEUTET HATTE STERBEN RIUM UND SAGTE DEN“. Auf der anderen Seite: „ZU GBOREN WELT UM ZEUGNIS AUS DER WAHR GT ZU IHM D DIES DEN ZU NEN“.

Profis suchen und finden. Etienne Charpentier erzählt davon in „Führer durch das Neue Testament“, Patmos 1994
6, Seite 9. Es handelt sich um ein Stückchen aus dem Johannes-Evangelium, nachzulesen in Kapitel 18,31-33.37-38: „…ICH BIN DAZU GEBOREN UND DAZU IN DIE WELT GEKOMMEN, DASS ICH FÜR DIE WAHRHEIT ZEUGNIS ABLEGE. JEDER, DER AUS DER WAHRHEIT IST, HÖRT AUF MEINE STIMME…“.

Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

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Handeln, weil Gott uns sendet. Gebete und Gottesdienste für Pfarrgemeinderat und kirchliche Gremien.
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Schnitzeljagd mit Franz von Assisi - Beitrag von Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Schnitzeljagd mit Franz von Assisi
Austausch über die Bibel III

Wie überwältigend muss es sein, nicht nur Altpapierfetzchen aufzuheben, sondern ein richtig altes Papier zu finden: sprich Papyrus. Archäologen graben gezielt danach in der Wildnis und in alten Gemäuern, getrieben von dem Wunsch nach so einem Fund – oft enttäuscht, beharrlich in der Fleiß- und Knochenarbeit, in bleibender und immer neu entfachter Hoffnung. Andere stolpern zufällig über alten Kram – und finden eine Sensation.

Profis kennen sich aus. Sie finden heraus, ob ein Fund alter Kram oder eine Sensation ist. In der Wüste Ägyptens handelte es sich um eine Sensation. Sie wurde 1935 veröffentlicht: Ein Papierschnitzel. Man nennt es Papyrusfragment. Heute findet man es unter dem Namen „Papyrus Rylands“ oder „P
52“. Wenig größer als 4 x 6 cm. Mit Worten in einer uns fremden Schrift und Sprache.

Profis entziffern und übersetzen. Auf der einen Seite: „DIE JUDEN UNS JEMAND DAMIT DAS ANGEDEUTET HATTE STERBEN RIUM UND SAGTE DEN“. Auf der anderen Seite: „ZU GBOREN WELT UM ZEUGNIS AUS DER WAHR GT ZU IHM D DIES DEN ZU NEN“.

Profis suchen und finden. Etienne Charpentier erzählt davon in „Führer durch das Neue Testament“, Patmos 1994
6, Seite 9. Es handelt sich um ein Stückchen aus dem Johannes-Evangelium, nachzulesen in Kapitel 18,31-33.37-38: „…ICH BIN DAZU GEBOREN UND DAZU IN DIE WELT GEKOMMEN, DASS ICH FÜR DIE WAHRHEIT ZEUGNIS ABLEGE. JEDER, DER AUS DER WAHRHEIT IST, HÖRT AUF MEINE STIMME…“.

Sr. Mirjam Dinkelbach OCist