2019

Schnitzeljagd professionell - Beitrag von Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Schnitzeljagd professionell
Austausch über die Bibel IV


Wie überwältigend muss es sein, nicht nur Altpapierfetzchen aufzuheben, sondern ein richtig altes Papier zu finden: sprich Papyrus. Archäologen graben gezielt danach in der Wildnis und in alten Gemäuern, getrieben von dem Wunsch nach so einem Fund – oft enttäuscht, beharrlich in der Fleiß- und Knochenarbeit, in bleibender und immer neu entfachter Hoffnung. Andere stolpern zufällig über alten Kram – und finden eine Sensation.

Profis kennen sich aus. Sie finden heraus, ob ein Fund alter Kram oder eine Sensation ist. In der Wüste Ägyptens handelte es sich um eine Sensation. Sie wurde 1935 veröffentlicht: Ein Papierschnitzel. Man nennt es Papyrusfragment. Heute findet man es unter dem Namen „Papyrus Rylands“ oder „P
52“. Wenig größer als 4 x 6 cm. Mit Worten in einer uns fremden Schrift und Sprache.

Profis entziffern und übersetzen. Auf der einen Seite: „DIE JUDEN UNS JEMAND DAMIT DAS ANGEDEUTET HATTE STERBEN RIUM UND SAGTE DEN“. Auf der anderen Seite: „ZU GBOREN WELT UM ZEUGNIS AUS DER WAHR GT ZU IHM D DIES DEN ZU NEN“.

Profis suchen und finden. Etienne Charpentier erzählt davon in „Führer durch das Neue Testament“, Patmos 1994
6, Seite 9. Es handelt sich um ein Stückchen aus dem Johannes-Evangelium, nachzulesen in Kapitel 18,31-33.37-38: „…ICH BIN DAZU GEBOREN UND DAZU IN DIE WELT GEKOMMEN, DASS ICH FÜR DIE WAHRHEIT ZEUGNIS ABLEGE. JEDER, DER AUS DER WAHRHEIT IST, HÖRT AUF MEINE STIMME…“.

Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Neuer Buchtipp für Ihre Gemeinde

Ein neues Buch unseres Vorstandsmitgliedes Mag. Hanns Sauter

Hanns Sauter:
Handeln, weil Gott uns sendet. Gebete und Gottesdienste für Pfarrgemeinderat und kirchliche Gremien.
Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, 2019

Pasted Graphic 1
[Klicken Sie hier für eine Leseprobe …]

Schnitzeljagd mit Franz von Assisi - Beitrag von Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Schnitzeljagd mit Franz von Assisi
Austausch über die Bibel III

Wie überwältigend muss es sein, nicht nur Altpapierfetzchen aufzuheben, sondern ein richtig altes Papier zu finden: sprich Papyrus. Archäologen graben gezielt danach in der Wildnis und in alten Gemäuern, getrieben von dem Wunsch nach so einem Fund – oft enttäuscht, beharrlich in der Fleiß- und Knochenarbeit, in bleibender und immer neu entfachter Hoffnung. Andere stolpern zufällig über alten Kram – und finden eine Sensation.

Profis kennen sich aus. Sie finden heraus, ob ein Fund alter Kram oder eine Sensation ist. In der Wüste Ägyptens handelte es sich um eine Sensation. Sie wurde 1935 veröffentlicht: Ein Papierschnitzel. Man nennt es Papyrusfragment. Heute findet man es unter dem Namen „Papyrus Rylands“ oder „P
52“. Wenig größer als 4 x 6 cm. Mit Worten in einer uns fremden Schrift und Sprache.

Profis entziffern und übersetzen. Auf der einen Seite: „DIE JUDEN UNS JEMAND DAMIT DAS ANGEDEUTET HATTE STERBEN RIUM UND SAGTE DEN“. Auf der anderen Seite: „ZU GBOREN WELT UM ZEUGNIS AUS DER WAHR GT ZU IHM D DIES DEN ZU NEN“.

Profis suchen und finden. Etienne Charpentier erzählt davon in „Führer durch das Neue Testament“, Patmos 1994
6, Seite 9. Es handelt sich um ein Stückchen aus dem Johannes-Evangelium, nachzulesen in Kapitel 18,31-33.37-38: „…ICH BIN DAZU GEBOREN UND DAZU IN DIE WELT GEKOMMEN, DASS ICH FÜR DIE WAHRHEIT ZEUGNIS ABLEGE. JEDER, DER AUS DER WAHRHEIT IST, HÖRT AUF MEINE STIMME…“.

Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Das Geschenk der Bibel

Das Geschenk der Bibel
Austausch über die Bibel II

„Besondere Freude löste ein Geschenk aus: eine Bibel für jeden. Einer der Gäste sagte: ‚Ich habe noch nie in meinem Leben eine Bibel besessen. Danke!’“
Diese Dankworte sind keine Reaktion aus einer der Biblia-Projektgruppen. Ich las diesen Hinweis im „Brief aus Sant’ Egidio. Dezember 2017“ im Bericht der Gruppe „Gemeinschaft Sant’ Egidio Würzburg“, die den Teilnehmern am „Gebet für die Kranken“ Bibeln geschenkt hatte.

Durch diese Geste, so meine ich, gehört die Gemeinschaft Sant’ Egidio ideell zur großen Projektgruppe-Biblia-Familie…und nicht nur deshalb. Wer die Gemeinschaft kennt, weiß, dass ihre Wurzeln im Lesen der Heiligen Schrift zu finden sind: „Am 7. Februar 1968 begann der Weg der Gemeinschaft bei den Jugendlichen und in den Peripherien Roms. Im treuen Hören auf das Wort Gottes und im täglichen Gebet hat die Gemeinschaft Sant’ Egidio Kraft geschöpft, um das Evangelium zu leben und weiterzugeben, den Armen zu dienen und für den Frieden zu arbeiten. Die gesamte Gemeinschaft und ihre Freunde können mit dem Psalmisten singen: ‚Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade’ (Psalm 119,105).“
Dieses Zitat stammt aus: Vincenzo Paglia, Das Wort Gottes jeden Tag 2017/2018, Sant’ Egidio Bücher, Echter Verlag Würzburg 2017, Seite 7.

Seit 2006/2007 beziehe ich diese Jahrbuch-Serie in meine persönliche Schriftlesung ein. Sie erscheint seit 2000/2001 und führt auf unterschiedlichen Wegen durch die ganze Heilige Schrift: Entweder mit täglichen Gedanken zu kompletten biblischen Büchern oder, wie seit einigen Jahren, dem jeweiligen Lesejahr der lateinischen Kirche entsprechend. Im Anhang sind Gebete der Gemeinschaft angegeben.
Auf diese Weise kann man mit dem täglichen Abendgebet der Gemeinschaft in der Basilika Santa Maria in Trastevere/Rom verbunden sein; in Österreich finden in Innsbruck und Wien Abendgebete statt.

Die täglichen Schriftlesungen und Gebete sind auch über die Homepage der Gemeinschaft zum Lesen oder Mithören abrufbar:
www.santegidio.org
www.santegidio.de
http://www.santegidio.org/pageID/55/langID/de/nPag/3/preghiera/de_2018_0117/Das-t%C3%A4gliche-Gebet.html

Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Dankbarkeit für die Bibel von Sr. Mirjam Dinkelbach

Dankbarkeit für die Bibel
Austausch über die Bibel I
 
Die Projektgruppe-Biblia lernte ich im Rahmen ihres 25-Jahr-Jubiläums kennen und war von ihren Zielen und Aufgaben sofort angesprochen… und persönlich von einer neuen Dankbarkeit erfüllt.
Mir ist neu bewusst geworden, wie wenig selbstverständlich es ist, überhaupt eine Bibel zu haben. Dabei könnte ich mir mein Leben und Lesen ohne Bibel gar nicht vorstellen.
Auch in meinen Begegnungen bin ich seltener damit konfrontiert, dass den Menschen die Bibel nicht erreichbar oder leistbar wäre. Häufiger höre ich angesichts der vielen verschiedenen verfügbaren Bibelausgaben die Frage: „Welche Bibel soll ich mir kaufen?“ Oder: „Welche Ausgabe ist die richtige für mich?“. Oder auch zu den ganz praktischen Aspekten: „Für mich ist das zu klein geschrieben. Gibt es auch eine Bibel in Großdruck?“ Oder: „Das Buch ist mir zu schwer! Gibt es das auch kleiner?“ Und die Fragen lassen sich fortsetzen: „Gibt es die Bibel mit Bildern von Rembrandt? … in Englisch? … für die Handtasche? … nur die Psalmen? …???“ So ist die Vielfalt der Bibelausgaben, die auf der einen Seite Verwirrung stiften kann, auf der anderen Seite auch ein Geschenk.
Umso schöner finde ich es, dass der Fokus der Projektgruppe-Biblia-Homepage um den kommunikativen Aspekt erweitert wurde: neben den Basis-Informationen über die Gründungsintention, über die Aufgaben und Projekte von Biblia ist nun auch Raum geschaffen, über die Bibel auszutauschen. Die Präsentation einiger Bibelausgaben z.B. ist ein erstes konkretes Eingehen auf die oben genannten häufig gestellten Fragen.
Mit diesem Beitrag möchte ich beginnen, mich an diesem Austausch zu beteiligen.
 
Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Buchtipp der Woche!

Walter Bühlmann: Wie Jesus lebte. Alltag und Kultur vor 2000 Jahren. Luzern (Rex-Verlag) 2017
Spannend aufbereitetes Hintergrundwissen, das Jesus besser verstehen lässt

bild
(Bildquelle: amazon.com)

Die Evangelien geben mit ihrer Darstellung des Lebens Jesu auch einen Einblick in eine Region, die zur damaligen Zeit von spannungsreichen Unterschieden geprägt war. Was aus dem Evangelium dazu eher zu erschließen ist, machen andere zeitgenössische Quellen und archäologischen Befunde deutlich. Wie diese für einen breiten Interessentenkreis anschaulich aufbereitet werden können, zeigt dieses Buch. Es präsentiert lebendig und durch zahlreichen Abbildungen anschaulich das Wissen über Jesus und die Welt, in der er lebte: den Gegensatz zwischen einer kleinen, reichen Oberschicht und einer Bevölkerung, die um ihre Existenz kämpfen musste; den Alltag von Fischern, Bauern, Handwerkern, Tagelöhnern; den Spannungen, die das Aufeinandertreffen von hellenistisch-römischer Kultur und jüdischer Identität bringen musste; die Belastungen durch die allgegenwärtige römische Besatzungsmacht. Die Gestalt Jesu, seine Worte, Taten und Zeichen, wie sie die Evangelien darstellen, erscheinen nach der Lektüre des Buches in einem nochmals tieferen Zusammenhang, der auch persönlich betroffen macht.

Empfohlen allen Büchereien, insbesondere Bibelkreisen sowie Religionslehrerinnen und -lehrern.

Wien, im März 2019
Hans Sauter