2020

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Meine biblischen Lieblingsgeschichten - Beitrag von Doris M. Bömken, Lic.Theol.

Meine biblischen Lieblingsgeschichten I

Das Pfingstereignis – Apostelgeschichte 2


Ich stelle mir vor, wie sie da sitzen, Petrus, Jakobus, Johannes und die anderen Jünger, Frauen waren sicher auch dabei, Maria auf jeden Fall. Jesus war nun endgültig weg, aufgefahren in den Himmel, sagte man - und nun?

Was sollten sie mit seinen Worten anfangen? „Gehet hin und lehrt alle Völker“ (Mt 28,19); „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ (Lk 22,19); „Wacht und betet alle Zeit“ (Lk 21,36); „Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Joh 14,26).

Keine einfache Lage für die Jünger. Sollten sie in ihre Dörfer zurückkehren, wieder ihrer gewohnten Arbeit nachgehen als Fischer oder Zöllner? Oder sollten sie das weiterführen, was Jesus getan hatte, auf die Gefahr hin ebenfalls verhaftet zu werden? Sicher wurde heftig diskutiert. Die Ängstlichen wollten vielleicht nach Hause, die Mutigen wollten aufbrechen, etwas tun.

Wenn keine Lösung in Sicht ist, wenn wir uns in Gedankenspiralen befinden, wir den Kopf nicht freibekommen von all dem Abwägen, dann braucht es etwas, das uns den Kopf frei fegt.

Genau davon berichtet Lukas in der Apostelgeschichte. Ein heftiges Brausen „wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt“ (V2) füllte das ganze Haus. So wird der Kopf frei gepustet und endlich kann man klarsehen. Aber Lukas steigert dies noch. „Zungen wie von Feuer verteilten sich auf jedem“ (V3). Die Jünger erfasst eine Begeisterung, sie sind Feuer und Flamme für das, was sie nun tun wollen. Das kann nicht in dem kleinen Zimmer bleiben, muss hinaus an die frische Luft. Sie stürmen also nach draußen auf den Platz und fangen an zu reden von Jesus, von seiner Botschaft. Solche Begeisterung reißt mit, da muss man nicht jedes Wort der fremden Sprache verstehen, das versteht man auch ohne Vokabelkenntnisse. Es ist wie ein Rausch. „Sie sind vom süßen Wein betrunken“ (V13) denken auch einige.

Aber Petrus lässt sich von dem Spott nicht verunsichern. Er findet die richtigen Worte, legt in der Weise wie Jesus die Schrift aus. „Als sie (die Zuhörer) das hörten, traf es sie mitten ins Herz“ (V37).
Viele traten in die Nachfolge ein, veränderten ihr Leben. So begann Kirche.

Doris M. Bömken, Lic.Theol.

Liebe auf den ersten Blick - Beitrag von Sr. Mirjam Dinkelbach OCist Austausch über die Bibel XV

Liebe auf den ersten Blick
Austausch über die Bibel XV


Für den Mai ist mir eine Anekdote zu „Heiraten“ eingefallen.

Vor Jahren traf in einem unserer Sonntags-Gottesdienste das Gleichnis aus dem Lukas-Evangelium 14,15-24, bekannt unter dem Titel „Das Gleichnis vom Festmahl“. Gemeinsam mit dem Pfarrer und einzelnen Gottesdienstbesuchern hatten wir es eingeübt, um es im Gottesdienst als Rollenspiel darzustellen.

Der Pfarrer bekam die Rolle von Jesus. Eine andere Person spielte den Diener, der die Nachbarn zum Festmahl einlud. Weitere Personen spielten die zum Mahl Geladenen. Die Proben funktionierten wunderbar. Und so nahm die Sache ihren Lauf coram publico:
„Ein Mann veranstaltete ein großes Festmahl und lud dazu viele ein.“ Der ambitionierte Diener lief von einem zum anderen, sagte es allen und erhielt von allen begeisterte Zusagen. „Als das Fest beginnen sollte, schickte der Mann seinen Diener und ließ den Gästen, die er eingeladen hatte, sagen: Kommt, es steht alles bereit!
Aber einer nach dem anderen ließ sich entschuldigen:
Der erste ließ ihm sagen: Ich habe einen Acker gekauft und muss jetzt gehen und ihn besichtigen. Bitte, entschuldige mich!
Ein anderer sagte: Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und bin auf dem Weg, sie mir genauer anzusehen. Bitte, entschuldige mich!
Wieder ein anderer sagte: „Ich habe geheiratet und kann deshalb nicht kommen…“
Hier platzte dem Diener endgültig und vernehmlich der Kragen: „Wie! Und das hast du gestern noch nicht gewußt?“

Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Danke für Ihre Spende! Projektbericht über "DOCAT"

Folgenden Bericht schickte uns gestern die Auslandsreferentin der Caritas in Oradea (Rumänien) zu:

BERICHT

"Lieber Herr Dir. Bergauer, liebe Sponsoren,

Trotz der aktuellen schwierigen Situation, konnte ich die Bücher an die Zielgruppen übergeben.

Als Anhang steht:
- Eine Übergabe/ Übernahme Bestätigungsliste mit Unterschriften und Stempeln
- Fotos mit Vertretern der Abteilungen und der Organisationen:

Frau Ramona Benedek, Religionslehrerin im Katholischen Gymnasium Szt. Laszló. Sie ist auch Studiendirektorin für die ReligionslehrerInnen in der Diözese.

Wir haben die Bücher in dem Bistum aus Oradea übergeben (Foto großer Saal). Bei der nächsten Gelegenheit werden sie verteilt. Es war geplant ein Einkehrtag für ReligionslehrerInnen für 4. April. Das ist natürlich verschoben worden.

Auf den Fotos zu sehen sind:

Frau Adina Elekes von Malteser in Oradea
Gyula Szilágyi Leiter der ungarischen Pfadfindergruppe Gruppe Nr.88 Hl: Laszlo Oradea
Schw. Maria Zsuzsanna von Gemeinschaft des "Brot des Lebens"
Gyöngyi Bőr von St. Martin Altersheim Oradea
Éva Kiss von St. Elisabeth Altersheim Oradea
Andrea Fészer aus Marghita
Andrea Sebestyén aus Tasnad
Klara Varadi vom Internat
Márta Szabó von der Sozialküche Caritas Oradea
Andrea Toth Hauskrankranpflege Oradea


Wir danken Ihnen von ganzem Herzen für Ihre Bemühungen und insbesondere für die Aufmerksamkeit und Sorge, die Sie gegenüber unserer Organisation zeigten.

Mit guten Wünschen grüßt Sie herzlich
Ihre

Ilona Hegedüs
Auslandsreferentin"


Die Projektgruppe Biblia bedankt sich herzlichst bei den Spenderinnen und Spendern. Ohne Ihre Hilfe wäre dieses Projekt nicht zu Stande gekommen.

Hier sehen Sie die Übernahmebestätigung und ein paar der genannten Personen:

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Unbekannt
Unbekannt
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Geheimnis ? - Beitrag von Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Geheimnis?
Austausch über die Bibel XIV


Manches ist wirklich schmunzelwert! Und als wie tief und wertvoll entpuppen sich diese Schmunzelwerte! Konkret war es die Frage nach den biblischen Randnotizen: „Da steht so oft Ps 1, Ps 2, Ps 3…. Sind das Geheimnisse oder soll man da still sein oder ist es eine Rechenaufgabe?“ Konkret war es diese Stelle, die für Verwunderung sorgte:
In dem Abschnitt des Matthäusevangeliums über Jesu Tod am Kreuz heißt es in Kapitel 27,46: „
Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, eli, lema sabachtani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Direkt daneben am Rand findet sich die fragwerte Angabe: „Ps 222“.
Es gibt sie noch, die unbefangenen Fragen, den Forschergeist. Gott sei Dank! „Ps 222“ führte uns schnurstracks zu Psalm 22,2: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen…!“ „Aha! Na sowas! Da steht das ja noch mal!“ Und wir lasen gemeinsam Psalm 22. Und wir erkannten, dass dieser Ruf nicht das Ende, sondern der Anfang war.

Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Schnitzel, Scherbe und SYNOPSE - Beitrag von Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

Schnitzel, Scherbe und SYNOPSE
Austausch über die Bibel XIII


Der junge Mensch von Nr. XII hat eine wunderbare Entdeckung gemacht. Man kann ihn guten Gewissens zu den großen Forschern, Entdeckern und Denkern des Lebens und Glaubens zählen.
Die Beobachtungsgabe und das Erstaunen im Hinblick auf Ähnlichkeiten und Unterschiede der Evangelien führten Jahrhunderte hindurch Menschen wie ihn zur Schaffung von Evangelienharmonien, Dichtungen (Heliand), musikalischen Werken wie „Der Messias“ oder „Die sieben letzten Worte Jesu“. Namen wie Tatian von Syrien, Ammonius von Alexandria, Eusebius von Caesarea, Augustinus von Hippo, Bach, Händel und Schütz säumen diesen Weg.
Die Leser schauten dabei immer genauer und noch genauer hin, bis eines Tages im 18. Jahrhundert Herr Johann Jakob Griesbach eine griechische EvangelienSYNOPSE herausbrachte: die Evangelien in TABELLENFORM. Heute sind Werke wie die Kurt-Aland-Synopse oder die Carl-Heinz-Peisker-Synopse allen Bibel-Studierenden geläufig und unverzichtbar, und es kommt immer noch Detaillierteres nach.
Diese vergleichende Art der Betrachtung der Evangelien ist eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration und Meditation, nicht nur für Forscher und Studenten. Darum gibt es im Buchhandel auch griechisch-deutsche Synopsen oder Synopsen ausschließlich in Deutsch und das sogar zu den verschiedenen deutschsprachigen Ausgaben der Bibel: Einheitsübersetzung, Lutherbibel, Zürcher Bibel usw. usf.
„Forscht…!“ empfahl der Adventskalender 2019 des Katholischen Bibelwerkes e.V. (www.bibelwerk.de) entsprechend Matthäusevangelium 2,8. Es darf mehr als nur drei Weise geben!

… u. U. umtauschen? - Beitrag von Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

… u. U. umtauschen?
Austausch über die Bibel XII

Ja, in der Bibel gibt es zwei Kindheitsgeschichten Jesu, so haben wir in Nr. XI gelernt, eine im Matthäus-Evangelium und eine im Lukas-Evangelium. Insgesamt gibt es vier Evangelien. Mit ihnen beginnt das Neue Testament in der Reihenfolge: Evangelium nach Matthäus, nach Markus, nach Lukas, nach Johannes. Alle vier erzählen das Leben Jesu, wenn sie damit auch nicht wirklich fertig werden, wie der Evangelist Johannes meint (Johannes-Evangelium 21,25).

Und da fällt mir eine weitere Anekdote ein. Es ist Jahrzehnte her, dass ich mit jemand im Gespräch vom 100. ins 1000. und schließlich irgendwie auf die Bibel kam und im Anschluss daran auf den Gedanken: dieser Person könnte ich mit der superkleinen Minibibel in Jeanshosentaschenformat (Das Neue Testament und die Psalmen, Verlag der Zürcher Bibel, Zürich 1972; 10,3 x 7,5 x 1,3 cm) eine Freude bereiten. Gedacht, getan.
Es kam keine Reaktion. Es vergingen Wochen und Monate bis zum Wiedersehen. Wir unterhielten uns, kamen vom 100. ins 1000. und schließlich irgendwie auf die Bibel: „Übrigens, das Buch, das du mir geschenkt hast… Ich hab‘ angefangen zu lesen… Aber ich glaub‘, das ist ein Fehlerexemplar… Es fängt immer wieder von vorne an… Meinst du, kann man das u. U. noch umtauschen?“

… als Jesus klein war … - Beitrag von Sr. Mirjam Dinkelbach OCist

… als Jesus klein war …
Austausch über die Bibel XI

Zeit für eine Anekdote. Eine bestimmte Anekdote. Weil sie in diese Jahreszeit passt. Es war einmal vor Jahren, dass ich in der Dom-Buchhandlung in Wien in der Abteilung für Theologie Neuerscheinungen anschaute. Hinter meinem Rücken spielte sich folgende Szene ab: Kundin: Ich suche ein Buch mit der Geschichte, als Jesus klein war. Verkäuferin A: Am besten ist es, Sie schauen einmal in der Kinderbuchabteilung.

PAUSE

Kundin: Ich suche ein Buch mit der Geschichte, als Jesus klein war. Verkäuferin B: Am besten ist es, Sie schauen einmal in der Kinderbuchabteilung. Kundin: Von dort komme ich gerade. Dort haben sie mir gesagt, ich soll hier fragen. Verkäuferin B: Was suchen Sie denn genau? Wissen Sie vielleicht einen Buchtitel oder den Namen eines Autors? Kundin: Das weiß ich eben nicht mehr. Ich weiß nur noch, es war die Geschichte, als Jesus klein war. Und es kam alles ganz genau vor. Der Stern, die Engel, die Weisen, die Hirten, Maria, Josef und das Kind, alles. Verkäuferin B: Erinnern Sie sich vielleicht, ob es sich um ein Kinderbuch handelte? Oder um einen Roman? Oder um einen Bildband? Kundin: Nein, nein. Nur Text. Und alles ganz genau beschrieben. Ach, es war so schön, und ich finde es einfach nirgendwo. Verkäuferin B: Wo haben Sie das Buch denn gelesen? Vielleicht könnten wir uns dort erkundigen! Kundin: Das war im Kloster Marienkron. Da haben wir es in einer Bibelstunde gelesen. Da MUSSTE ich mich umdrehen. Natürlich konnte ich helfen. Ja, wir hatten alles gelesen über die Zeit, als Jesus klein war. In der Weihnachtszeit. In den Evangelien nach Matthäus und nach Lukas. Sie haben es sicher schon erraten … gesucht wurde die Bibel. Und selten war die Hilfe so einfach möglich und so schnell und so beglückend.

Sr. Mirjam Dinkelbach OCist